Von München zum Walchensee: Das ultimative Brompton-Bikepacking-Abenteuer

Die German Roamers Leo und Lennart brechen gemeinsam mit zwei Freunden von München zu einer Brompton-Bikepacking-Tour Richtung Süden auf. Ihr Ziel ist nur grob abgesteckt: Entlang der Isar hinein ins Karwendelgebirge. Doch statt möglichst viele Kilometer zu sammeln, sammeln sie unterwegs vor allem Erlebnisse. Denn minimale Planung bedeutet maximale Flexibilität – und jede Menge überraschende Momente.

Unsere letzte Bikepacking-Tour auf den Bromptons liegt eindeutig viel zu lange zurück. Das merken wir vor allem daran, dass wir unsere Packroutine komplett verlernt haben und offenbar schon wieder vergessen hatten, dass wir dieses Mal eigentlich weniger mitnehmen wollten. Vielleicht haben Fotografen ein besonderes Talent für selektive Erinnerung – wer weiß.

An diesem Sonntag treffen wir uns jedenfalls in München und verbringen deutlich mehr Zeit als geplant damit, unser gesamtes Gepäck und viel zu viel Kameraausrüstung an den Bromptons zu befestigen. Irgendwann sieht das Ganze dann aber doch ziemlich gut aus. Man braucht eben nur ein System. Und nach ein paar Stunden haben wir tatsächlich sogar eines gefunden.

Wir haben eigentlich keine genaue Vorstellung davon, was die nächsten Tage bringen werden. Ein paar feste Eckpunkte gibt es vielleicht: Wir wollen der Isar folgen, haben für drei Tage später vier Schlafplätze auf der Binsalm im Karwendel reserviert und möchten den berühmten Ahornboden besuchen. Alles andere? Das lassen wir einfach auf uns zukommen. Nur eben flussaufwärts, gegen die Strömung der Isar, Richtung Süden in die Berge, wo der Fluss seinen Ursprung hat.

Vielleicht ist auch unsere Art des Bikepackings in anderer Hinsicht ein wenig „gegen den Strom“: ohne festgelegte Tagesetappen, ohne den Drang, möglichst viele Kilometer abzuspulen. Stattdessen geht es darum, unterwegs zu entdecken, was der Weg für uns bereithält.

Zu viert sind wir auf dieser Tour unterwegs: Für Nils ist es das erste Mal, Bene ist bereits zum dritten Mal dabei. Er sagt, wir hätten ihm eine völlig neue Art des Radfahrens gezeigt. Das hat sicherlich auch mit unseren Berufen zu tun. Als Fotografen lassen wir uns leicht ablenken und achten oft deutlich mehr auf Landschaften, mögliche Motive, Licht und Stimmung als auf die Kilometeranzeige am Fahrradcomputer.

Die Erfahrung hat uns gelehrt, dass wir ambitionierte Tagesetappen ohnehin nur selten einhalten. Dafür brauchen wir zu viel Freiheit: die Freiheit, an einem besonders schönen Ort noch etwas länger zu bleiben oder anderswo spontan ins Wasser zu springen. Einer von uns ganz besonders: Lennart verliert schnell jedes Zeitgefühl und geht vollkommen im Moment auf. Der andere, Leo, ist dann meist derjenige, der irgendwann daran erinnert, dass wir vielleicht weiterfahren sollten. Schließlich warten unterwegs noch viele weitere Momente darauf, erlebt zu werden.

Vier Männer mit einem Brompton x and wander G Line Fahrrad

Das ist vermutlich einer der Gründe, warum wir die Brommies so gerne fahren. Vor allem die G Line wirkt fast so, als hätte Brompton uns gefragt, wie unser Traumrad aussehen würde, und es dann einfach gebaut. Sie ist nach wie vor ein Faltrad, mit dem man praktisch überall hinkommt. Mit ihren 20-Zoll-Laufrädern fährt sie sich jedoch überraschend ähnlich wie ein „vollwertiges“ Fahrrad. Sie rollt bemerkenswert ruhig, die Kraftübertragung ist effizient, das Handling souverän und die Geometrie sorgt für eine sehr natürliche Sitzposition.

Gleichzeitig lässt sie sich großzügig mit Bikepacking-Taschen beladen. Breitere Reifen, ein breiterer Lenker und Scheibenbremsen verleihen ihr zudem echte Offroad-Qualitäten. So fühlt sie sich auf Schotterwegen und unbefestigten Strecken fast genauso zu Hause wie auf Asphalt.

Brompton x and wander G Line Fahrrad

So können wir jederzeit vom Asphalt auf Schotter wechseln, das Rad problemlos in den Zug mitnehmen oder bis zu einer Almhütte schieben. Es lässt sich mühelos ein paar Treppen hinauftragen – oder auch durch Unterholz und Flüsse. Und unsere Brommies können noch mehr: Sie eignen sich sogar als Zeltstangenersatz.

Genau das war dieses Mal unser Schlaf-Setup. Statt ein Zelt aufzubauen, spannten wir einfach eine Plane über unsere vier Fahrräder. So entstand mit minimalem Gepäck ein überraschend komfortabler Unterschlupf.

Brompton x and wander G Line Fahrrad

Tag 1: Entspannte Stimmung und wichtige Regeln

Sobald wir München hinter uns lassen, verfliegt der ganze Stress von Anreise und Packen. Es wirkt, als hätte sich ganz München entlang der Isar versammelt, um zu entspannen, zu grillen und den Tag zu genießen. Diese gelassene Stimmung steckt uns vier sofort an. Die Route könnte kaum schöner sein: einfach der Isar Richtung Süden folgen.

Dass wir an diesem ersten Tag nicht besonders schnell vorankommen (Spoiler: In den nächsten beiden Tagen wird das nicht anders sein), liegt unter anderem daran, dass Lennart seine Flip-Flops verliert. Und weil er sie in Island gekauft hat und sie ihm nicht nur an den Füßen, sondern auch am Herzen liegen, drehen wir kurzerhand um und sammeln ein paar zusätzliche Kilometer ein.

Außerdem entwickeln wir im Laufe der nächsten Tage eine Reihe von Regeln, die zwar ziemlich viel Zeit kosten, aber unbedingt eingehalten werden müssen:

  1. Niemals an einem Hofladen mit Selbstbedienung vorbeifahren. Davon gibt es im Tölzer Land jede Menge.
  2. Niemals an einer Seilschaukel am Fluss vorbeifahren. Immer wieder entdecken wir entlang der Isar Seile, die an Bäumen befestigt wurden. An einer solchen Schaukel kann man einfach nicht vorbeifahren, ohne sie auszuprobieren.
  3. Niemals an einem Flohmarkt am Straßenrand vorbeifahren, ohne mindestens eine Kleinigkeit zu kaufen.

Tag 2: Ein Rewe-Klo, Geranien-Idylle und Weißbier-Eis

Unsere erste Nacht verbringen wir rund 30 Kilometer südlich von München, ganz in der Nähe der Isar. Gerade als wir unsere Tarps über den Brommies aufspannen, werden wir von Hornissen attackiert, die vom Licht unserer Stirnlampen angelockt werden. Sehr laut, sehr beeindruckend und ehrlich gesagt auch ziemlich beängstigend. Doch dann setzt der Regen ein, vertreibt die Hornissen und wiegt uns schließlich in den Schlaf.

Am nächsten Morgen ist es trocken und angenehm windig. Das einzige Geräusch ist das leise Murmeln der Isar in unserer Nähe. Gerade als wir Kaffee kochen, braut sich allerdings auch am Himmel etwas zusammen. Ein Blick auf Nils’ Regenradar verrät uns, dass wir besser einen Zahn zulegen und uns einen Unterschlupf suchen sollten.

Was folgt, ist mit Abstand unser bislang schnellster Streckenabschnitt: direkt bis zum Rewe im Gewerbegebiet von Wolfratshausen. Statt romantisch am plätschernden Flussufer zu sitzen, rauschen nun Autos an uns vorbei. Aber es gibt frische Brötchen. Und eine ausgezeichnete Toilette.

Wir beschließen, jetzt einmal ganze sechzig Minuten am Stück durchzufahren. Zwölf Minuten später zwingt uns eine Seilschaukel an der Isar zum Anhalten. Danach kommen wir allerdings recht gut voran – bis am Straßenrand plötzlich ein Automat eines Bauernhofs auftaucht. Und Regeln sind schließlich Regeln.

Also legen wir einen weiteren Stopp ein und gönnen uns eine Runde erstaunlich kreatives Hof-Eis. Unsere Favoriten: Käsekuchen, Buttermilch und Weißbier. Süß, salzig, leicht herb und tatsächlich unglaublich lecker.

Die Strecke ist atemberaubend schön. Wir Norddeutschen haben die Alpenvorland-Region seit Jahren nicht mehr besucht, und sowohl die Landschaft als auch die Architektur wirken fast wie eine Filmkulisse. Überall stehen malerische Bauernhäuser, deren Balkone unter üppigen Geranien förmlich verschwinden.

Und die Isar ist ohnehin kaum zu fassen. Wie kann ein Fluss, der so unglaublich klar und türkisblau ist, mitten durch München fließen und weiter südlich sogar noch intensiver in einem fast unwirklichen Eisblau schimmern? Je näher wir den Bergen kommen, desto spektakulärer wird ihre Farbe.

Tag 3: Fahren, Falten, Genießen

Achtzig Kilometer südlich von München verbringen wir die Nacht unter unseren Tarps, geschützt nur von einem fast vollen Mond. Am nächsten Morgen lassen wir es ruhig angehen. Sehr ruhig sogar. Aber dieser Ort ist einfach zu schön. Viel zu schön, um ihn voreilig hinter sich zu lassen.

Wir frühstücken, kochen Kaffee und genießen das Gefühl, schon seit Tagen mitten in der Natur unterwegs zu sein. Die Zeit scheint langsamer zu vergehen, und obwohl wir noch einiges vor uns haben, fällt es schwer, sich von diesem Platz loszureißen.

Als die Sonne schließlich hinter dem Berg hervorkommt, brennt sie erbarmungslos vom Himmel. Keine Wolke, kein Schatten weit und breit. Also treten wir auf den Brommies ordentlich in die Pedale, einfach um uns ein wenig Fahrtwind zu verschaffen. Irgendwann beschließen wir dann, auf dem direktesten Weg überhaupt die Seite der Isar zu wechseln.

An einem heißen Sommertag macht es einfach viel zu viel Spaß, einen Fluss zu durchqueren.

Die Fahrräder auf den Schultern, das kristallklare, eiskalte Wasser um unsere Füße.

Vom Sylvensteinspeicher sind wir ehrlich gesagt etwas enttäuscht. Eigentlich gilt er als einer der bekanntesten Fotospots im Isarwinkel. Doch der Wasserstand ist ungewöhnlich niedrig, das Licht viel zu hart. Also beschließen wir, die Kameras in den Taschen zu lassen und einfach weiterzufahren.

Das ist eigentlich ziemlich typisch für unsere Reisen. Man plant eine Route rund um bestimmte Bilder, die man bereits im Kopf hat, und macht sich dann auf den Weg, nur um unterwegs völlig andere Dinge zu entdecken. Szenen, Orte und Momente, die am Ende viel spannender sind als alles, was man sich vorher vorgestellt hatte.

Einen Ort wollen wir allerdings unbedingt sehen: den Ahornboden. Diese weitläufige, nahezu ebene Hochebene bei der Engalm im Karwendel, auf der zwischen unzähligen Ahornbäumen Hunderte von Kühen grasen, eingerahmt von den mächtigen Gipfeln des Karwendelgebirges. Das Problem: Dafür müssten wir in relativ kurzer Zeit 35 Kilometer und fast 1.000 Höhenmeter bewältigen.

Also entscheiden wir uns für eine andere Lösung. Wir nehmen die Taschen ab, falten die Brommies zusammen und lassen uns vom letzten Bus des Tages hinauf in die Berge bringen.

Der Ahornboden macht die Enttäuschung am Sylvensteinspeicher mehr als wett. Dieses Mal sind wir tatsächlich überwältigt. Der Ort ist einfach atemberaubend schön. Eine kleine alpine Traumlandschaft, und wir erreichen sie genau zum richtigen Zeitpunkt, bei genau der richtigen Stimmung. Das Licht ist weich, die Wiesen leuchten in sattem Grün und von allen Seiten erklingen Kuhglocken.

Nachdem wir so lange entlang der Isar unterwegs waren und den Fluss ständig an unserer Seite hatten, wirken die gewaltigen Felswände, die uns hier umgeben, umso eindrucksvoller. Sie ragen mächtig über die Landschaft hinaus und verleihen diesem besonderen Ort eine fast unwirkliche Atmosphäre.

Wir können uns Zeit lassen, die Almen und Bergwiesen zu genießen, denn von hier sind es nur noch drei Kilometer bis zur Binsalm. Zugegeben, stellenweise geht es noch einmal ordentlich bergauf. Doch im Vergleich zu dem, was hinter uns liegt, ist das kaum der Rede wert. Für die Nacht haben wir dort vier Schlafplätze reserviert.

Obwohl wir erst spät ankommen, werden wir auf der Terrasse noch mit einem wohlverdienten Bier und einer Portion Käsespätzle versorgt. Genau das Richtige nach einem langen Tag in den Bergen.

Brompton x and wander G Line Fahrrad

Tag 4: Höhenmeter bergab, aufblasbares Eis und Baden in Gatorade

Die Binsalm liegt auf 1.500 Metern Höhe, während Vorderriß unten im Tal auf etwa 800 Metern liegt. Nach einem Glas Buttermilch – mehr oder weniger direkt aus dem Kuhstall serviert – sorgt allein dieser Ausblick auf die bevorstehende Strecke für beste Laune.

Siebenhundert Höhenmeter bergab, fast ohne treten zu müssen, begleitet von kühlem Fahrtwind und strahlendem Sonnenschein. Besser kann ein Tag auf dem Rad kaum beginnen.

Wenn man sich unsere Tagesetappen der vergangenen Tage anschaut, war unser Vorankommen ehrlich gesagt ziemlich überschaubar. Nach der langen Abfahrt sind wir allerdings hochmotiviert, es heute tatsächlich bis zum Walchensee zu schaffen. Diesmal wollen wir wirklich Tempo machen.

Außer natürlich, man entdeckt einen Flohmarkt am Straßenrand. Denn an einem solchen darf man unter keinen Umständen einfach vorbeifahren.

So we slam on the brakes, have a rummage around, deliberate for a while and eventually settle on an inflatable rocket ice lolly. 

Also gehen wir in die Eisen, stöbern eine Weile, diskutieren noch etwas hin und her und entscheiden uns schließlich für ein aufblasbares Raketen-Eis am Stiel.

Seltsamerweise steigert das unsere Motivation sogar noch, die verbleibenden 55 Kilometer bis zum Walchensee zurückzulegen. Der Walchensee, einer der größten und tiefsten Alpenseen Deutschlands, haut uns mit seinem nahezu unrealistischen, Gatorade-blauen Wasser komplett um.

Wir werfen Schuhe und verschwitzte Kleidung ins Gras, blasen unser Flohmarkt-Eis auf und springen in das herrlich kühle Wasser. Gibt es ein besseres Gefühl, als sich nach mehreren Tagen unterwegs den Schweiß von der Haut zu waschen – und das in einem See wie diesem?

Nach und nach packen die Menschen ihre Sachen zusammen und machen sich auf den Heimweg. Direkt am Ufer zu campen ist allerdings streng verboten. Also schlagen wir, leicht fehl am Platz wirkend, unsere Tarps zwischen den Campervans auf dem Übernachtungsparkplatz auf. Nicht gerade die romantischste Unterkunft unserer Reise, aber manchmal geht es eben genau darum: das Beste aus der Situation zu machen. Und während der Abend langsam ausklingt, spielt es ohnehin kaum noch eine Rolle, wo wir schlafen. Hauptsache, wir sind zusammen unterwegs und verbringen noch ein paar Stunden an diesem besonderen Ort.

Es ist ein lauer Sommerabend, und nach all den rasanten Abfahrten sind wir irgendwie wieder ganz langsam geworden. Ist das vielleicht die richtige Art zu reisen? So viel Zeit damit zu verbringen, einfach zu schauen, was passiert? Manchmal läuft alles wie von selbst, manchmal kommt man kaum voran. Doch genau diese Mischung macht das Ganze besonders.

Mal trägt einen der Tag mühelos weiter, mal verliert man sich in kleinen Umwegen, spontanen Stopps oder unerwarteten Begegnungen. Aber genau darin liegt für uns der Reiz. Nicht jede Minute muss effizient genutzt werden, nicht jeder Kilometer möglichst schnell zurückgelegt werden. Oft sind es gerade die ungeplanten Momente, die am längsten in Erinnerung bleiben.

Das ist unser Fazit am Walchensee: Wir möchten mit genügend Offenheit reisen, um all das zu erleben und zu entdecken, was uns unterwegs begegnet. Und wir möchten diese Reisen mit den richtigen Menschen unternehmen.

Denn am Ende sind sie das, was wirklich zählt.

Die Brompton x and wander Kollektion

Eine limitierte Capsule-Kollektion aus technischer Bekleidung und Accessoires, geschaffen für den nahtlosen Wechsel zwischen Stadt und Natur, auf dem Rad und darüber hinaus.

Brompton x and wander poncho

Brompton x and wander G Line

Brompton x and wander Poncho

Brompton x and wander Poncho

Brompton x and wander Backpack

Brompton x and wander Cap

Brompton x and wander Backpack

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Brompton x and wander Pouch

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